Wechsel in der Schwangerschaft

Ich kann dir nicht sagen, warum ich nicht schon vor meiner Schwangerschaft meinen Frauenarzt gewechselt habe. Ich denke es lag daran, dass ich einen Frauenarzttermin immer schnell hinter mich bringen wollte. Mir war wichtig, dass ich eine medizinisch gute Behandlung bekam. Da spielte mir mein Arzt direkt in die Karten: kurze Wartezeiten, schnelle Behandlung und wenig „lästigen“ Smalltalk.

In meiner Schwangerschaft änderte sich auch meine Einstellung. Ich wusste noch gar nicht was mein Körper alles durchmachen werde. Ich wollte einen Arzt, dem ich vertrauen kann und der sich Zeit für mich nimmt. Der mir all meine Fragen in Ruhe erläutert, ohne das Gefühl des Zeitdrucks zu geben.

Ich litt unter starker Übelkeit und Sodbrennen. Mein damaliger Arzt belächelte mich deswegen. Mir wurde gesagt, es sei nun mal so in der Schwangerschaft. In diesem Moment fühlte ich mich unverstanden, nicht ernst genommen. Tatsächlich verbrachte ich später eine Woche im Krankenhaus, auf Grund der starken Schmerzen. Zur Folge hatte dies natürlich, dass ich mich immer weniger wohl bei meinem Arzt gefühlt habe und jeden weiteren Termin scheute.

Doch gerade in der Schwangerschaft sollte man sich bei seinem behandelten Arzt wohlfühlen. Schlussendlich schlug mein Mann mir vor, einen anderen Arzt aufzusuchen.

Doch kann ich in der Schwangerschaft einfach meinen Frauenarzt wechseln?

Ich fing an zu recherchieren und telefonierte auch mit meiner Krankenkasse. „Grundsätzlich, so wurde mir mitgeteilt sei es möglich den Arzt zu wechseln.“ Allerdings müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden.

Einen Wechsel in einem angefangenen Quartal gestaltet sich etwas schwieriger, denn nur ein Arzt kann die Leistungen in einem Quartal abrechnen. Es gibt jedoch Ausnahmen die den Wechsel auch im Quartal ermöglichen. Beispielsweise wenn ein gestörtes Arzt-Patienten-Verhältnis besteht oder der neu aufgesuchte Arzt auch die Untersuchungen ohne Abrechnung mit der Krankenkasse durchführt oder aber der Patient die Kosten selber trägt.

Wenn es dir genau so geht, dann kann ich dir empfehlen dich bei der Patientenberatung zu melden. Hier kannst du sowohl telefonisch oder aber auch per E-Mail, Hilfestellungen zu diversen Themen bekommen. Dies hat mir neben meinen Anruf bei der Krankenkasse wirklich geholfen.

Ich hatte das große Glück das mein Quartal fast beendet war und ich mich nicht weiter mit obengenannten Punkt beschäftigen musste. Nun galt es für mich, schnell einen neuen Arzt zu finden. Das war eine Herausforderung! Unglaublich! Ich hatte es mir nicht so schwierig vorgestellt! Ich telefonierte mit vielen Praxen und wurde immer wieder vertröstet. Ich hatte meine Hoffnung nach einem neuen Arzt, bei dem ich mich als werdende Mutter wohlfühlte schon fast aufgegeben bis ich einen Rückruf von einer Praxis erhielt das sie mich doch als Patientin aufnehmen könne. Ich war so erleichtert und froh.

Zusammengefasst sei dir gesagt: Wenn du ein schlechtes Gefühl hast, dann wechsle deinen Arzt. Trau dich und hole dir Hilfestellungen und vor allem bleibe hartnäckig. Für dich, dein Kind und dein Recht auf eine Behandlung wie du sie verdienst.

(Anna)

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